Was ist Zufall und wie entsteht er? | Ideenwerkstatt

Der Verlauf des Lebens möge zufällig sein, doch der Tod ist deterministischer Art. Wenn im zufallsbehafteten Leben durch plötzlichen Zufall etwas Vorherbestimmtes geschieht, das dem Tod Einhalt gebietet und somit seinen Determinismus zum Ergebnis des Zufalls deklariert.

Die Definition von Determinismus ist leicht zu verstehen; sowie dessen Vorstellung in der Realität, die dem Menschen keine große Schwierigkeiten bereitet. Was ist aber mit dem Zufall? Ihn zu definieren ist zwar einfach, aber ist diese Definition dann auch in der Realität anzutreffen? Handelt es sich dabei um ein reales Phänomen oder ist der Zufall nur ein Ergebnis unserer Unwissenheit über das Universum?

Zufall setzt mehrere Möglichkeiten voraus, denn beim Vorhandensein nur einer einzigen Möglichkeit ist das Zufallsphänomen nutzlos. Im Mesokosmos kann ich als bewusst denkender Mensch sagen: "Ich möchte Physik studieren." Aber ich kann auch mich für Medizin, Philosophie, Psychologie oder andere Bereiche entscheiden. Doch mein Wille sagt mir, ich solle Physik studieren. Ich könnte mich zwar für eine der anderen Möglichkeiten zufällig entscheiden; es aber aufgrund meines Willens und gewisser anderer Umwelt-Faktoren nicht tun werde. Die Entscheidung für das Physikstudium ist also durch meinen Willen und andere Faktoren determiniert. Die Frage ist: Wie kommt dieser Wille zustande? Nun, durch die äußeren, gesellschaftlichen, moralischen, politischen, familiären, genetischen u.ä. Einflüsse. Anders gesagt: Durch den "Willen der Anderen". Und jedes Individuum, jeder Mitmensch hat auf der gleichen Weise seinen Willen gebildet wie ich. Was ist dann der Ursprung des Willens? An dieser Stelle müssen wir uns (beispielsweise) zwischen der religiösen und der wissenschaftlichen Sicht entscheiden! Sprich: für die festgelegte, deterministische Geschichte der Religion oder für die Welt der Wissenschaft, welche durch die Zufälle gewonnenen und mit Hilfe ihres festgelegten Formalismus erlangten Erkenntnisse, reformiert oder gar revolutioniert wird.

Kommt man wirklich durch den Zufall auf gute Ideen und Erkenntnisse? Oder möglicherweise doch durch kausale neuronale Vorgänge? Wirklich kausale? Vielleicht doch durch zufällige quantenmechanische Phänomene? Wirklich zufällige? Oder hat die Wissenschaft schlicht und ergreifend keine ausreichende Menge an notwendiger Information? Oder genau das Gegenteil: Unmengen von Informationen, sodass das Ganze zu komplex erscheint und es einfacher ist, auf eine kausale Erklärung zu verzichten?

Der echte Zufall ist nur dann als reales Phänomen zu bezeichnen, wenn man nach dessen Erlebnis eine bewusste Zeitreise (siehe kognitionsabhängige Universalsynthese) in die Zukunft unternehmen könnte; mit der Erwartung das gleiche Ergebnis zu sehen, jedoch – nach der Rückkehr - ein anderes, unerwartetes Ergebnis erlebt. Da aber das Zeitreisen zur Zeit unmöglich erscheint, werde ich versuchen, mittels Gedankenexperimente dem Zufall auf die Spur zu kommen. Mal sehen, was dabei rauskommt...

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