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Alexander Fufaev

Fleischkonsum: seine ökologischen & ethischen Folgen

aus dem Bereich: Argumentationen
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Fleischkonsum raubt Land

Um den menschlichen Nahrungskonsum zu befriedigen, wird Landfläche gebraucht. Für einen deutschen Durchschnittsbürger wird dafür 2300 m² Landfläche pro Jahr gebraucht. Tierische Produkte allein machen 75% dieser Landfläche aus.[1]

Da die Bevölkerungszahl stetig wächst, wird die Fleischnachfrage (wenn wir uns nicht bemühen etwas dagegen zu tun) weiter wachsen, was in einer noch größeren Landfläche für die Fleischproduktion resultieren wird.

Fleischkonsum ist ineffizient

Nutztiere leben nicht von Luft und Liebe. Sie brauchen Nahrung wie z.B. Weizen, Mais und Soja. Von der gesamten Getreideproduktion werden 60% des Getreides an Nutztiere verfüttert. Von der gesamten Ölsamenproduktion (insbesondere Soja) werden 70% der Ölsamen an Nutztiere verfüttert.[1]

Mindestens 15 500 Liter virtuelles Wasser werden benötigt, um 1 kg Rindfleisch herzustellen. Virtuelles Wasser ist die Gesamtmenge an Wasser, die während des Herstellungsprozesses des Lebensmittels verbraucht oder verschmutzt wird. 38% des virtuellen Wassers, welches für die Produktion tierischer Produkte notwendig ist, wird importiert.[7] Das trägt in den Entwicklungsländern zum Wassermangel und dadurch zu kriegerischen Konflikten und zur Flucht bei.

Es vergehen einige Jahre bis ein Rind geschlachtet wird und dabei ungfähr 200 kg Fleisch an die Menschen abgibt. Während des Wachsens braucht das Rind ungefähr 1300 kg Getreide, 7200 kg Heu / Silage und 31000 Liter Trinkwasser. Damit bei einem Menschen also ein einziges Kilogramm Rindfleisch auf dem Grill landen kann, müssen 6.5 kg Getreide, 36 kg Raufutter und 155 Liter Trinkwasser verbraucht werden. Allerdings werden für die Produktion des Futters weitere 15 300 Liter Trinkwasser pro 1kg Rindfleisch benötigt.

Deutschland verbraucht 117.6 km³ Wassers pro Jahr. Das ist mehr als 2x der Bodensee! 71% dieses Wassers wird in der Landwirtschaft eingesetzt, um beispielsweise Getreide für Mensch und Nutztier anzupflanzen. 28% des Gesamtwasserverbrauchs dient zur Herstellung von tierischen Produkten. Kühe und Schweine wollen schließlich auch trinken; auch ihre Ställe müssen einigermaßen sauber sein. Das Problem ist: Statt die bereits wasserlastigen Kulturpflanzen selber zu essen, werden sie in großen Mengen an die Nutztiere verfüttert, um daraus ein bisschen Fleisch zu gewinnen (siehe das Rindbeispiel oben).

Fleischkonsum zerstört das Klima

Wem seine (zukünftigen) Kinder und generell unsere Nachkommen nicht gleichgültig sind, der sollte darauf achten, keinen großen Beitrag zur Beeinflussung des natürlichen Klimas leisten. Das bedeutet konkret: So wenig wie möglich Treibhausgasemissionen (z.B. CO2, Methan) verursachen. Im Folgenden wird Fleischkonsum in Treibhausgasemissionen umgerechnet[1]:

  • Wenn Du 1 kg Rindfleisch isst, dann hast Du damit 20.7 kg Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt.
  • Wenn Du 1 kg Schweinefleisch isst, dann hast Du damit 8.0 kg Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt.
  • Wenn Du 1 kg Geflügel isst, dann hast Du damit 4.2 kg Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt.
  • Wenn Du 1 kg Weizen isst, dann hast Du damit 1.7 kg Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt.
  • Wenn Du 1 kg Kartoffeln isst, dann hast Du damit 0.6 kg Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt.

Fleischkonsum und die Gesundheit

Manche Menschen argumentieren: "Fleisch enthält viele Nährstoffe. Kein Fleisch zu essen, ist ungesund!" Dieses Argument kann leicht entkräftigt werden, wenn die genauen Nährwerte des Fleischs mit Gemüse / Obst / Hülsenfrüchten verglichen werden. [3][4][5][6][8]

Nährstoff Tagesbedarf (Erwachsener)[2] In 100 g Fleisch In 100 g Alternative
Protein 50 g Schweinefleisch: 31 g
Rindfleisch: 31 g
Putenbrust: 23 g
Walnuss: 16 g
Sojaflocken: 41 g
Tofu: 16 g
Calcium 1000 mg 6 bis 20 mg Apfelsinen: 42 mg
Weißbrot: 58 mg
Spinat: 126 mg
Grünkohl: 200 mg
Magnesium 350 bis 400 mg 12 bis 29 mg Grünkohl: 34 mg
Banane: 36 mg
Mais: 91 mg
Sonnenblumenkerne: 420 mg
Leinsamen: 350 mg
Erdnüsse: 160 mg
Zink 10 mg 1 bis 13 mg Haferflocken: 45 mg
Sojamehl: 29 mg
Geröstete Erdnüsse: 34 mg
Eisen 10 mg Huhn: 0.7 mg
Schinken: 1.1 mg
Schweinefleisch: 1.4 mg
Rindfleisch: 2.1 mg
Blutwurst: 29.4 mg
Haferflocken: 4.2 mg
Mandeln: 4.2 mg
Sojabohnen: 9.7 mg
Linsen: 2 mg
Knäckebrot: 4.3 mg
Jod 200 µg Schweinefleisch: 5 µg
Rindfleisch: 7 µg
Gans: 6 µg
Meersalz: 2000 µg
Karotten: 15.3 µg
Brokkoli: 14.6 µg

Folgende gesundheitlichen Unterschiede gibt es zwischen Fleischkonsumenten und Vegetariern[16][17]:

  • Wer kein Fleisch isst, hat eine um 25% verringerte Wahrscheinlichkeit an Herzerkrankungen zu sterben.
  • Wer kein Fleisch isst, hat ein verringertes Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
  • Wer kein Fleisch isst, hat eine um 40% verringerte Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken.

Bei der fleischlosen Ernährung ist es wichtig, nicht einfach das Fleisch vom Speiseplan zu streichen, sondern beispielsweise mit den oben genannten Alternativen zu ersetzen. Damit wird die nötige Nährstoffzufuhr sichergestellt und gleichzeitig die oben erwähnten gesundheitlichen Nachteile des Fleischkonsums eliminiert.

Fleischkonsum macht Medizin unwirksam

Ein größere Anzahl an Tieren, wie sie in Massentierhaltungen vorzufinden sind, hat meistens zur Folge, dass die Tiere nicht artgerecht gehalten werden und deshalb erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Wenn die Tiere sich infizieren, dann müssen sie mit Antibiotika behandelt werden. Das Problem ist: Das übermäßige Benutzen von Antibiotika führt dazu, dass Bakterien resistent gegenüber Antibiotika werden. Der Fleischkonsum medikamentös behandelter Tiere, auf dem die resistenten Bakterien zu finden sein könnten, erhöht das Risiko sich zu infizieren. Da diese Bakterien resistent gegenüber Antibiotika sind, kann der Mensch diese Antibiotika nicht benutzen, um gesund zu werden.

In Deutschland sterben jedes Jahr tausende Menschen, weil Antibiotika bei ihnen keine Wirkung zeigen. Laut der Weltgesundheitsorganisation werden im Jahr 2050 die meisten Menschen weltweit an Antibiotikaversagen sterben, wenn es weiterhin hohe Mengen an Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt werden.

Fleischkonsum ist nicht moralisch

In den Massentierhaltungen sind fast 80% der Schweine auf irgendeine Weise verletzt oder erkrankt an den Atemwegen. 38% der Milchkühe leiden an Euterentzündungen. Über 60% der Masthühner haben Kahlstellen wegen Federpickens. 40% weisen Brustbeinschäden und über 50% Knochenbrüche auf. In der Bio-Tieraltung sind die durch Tierhaltung entstandene körperliche Schäden geringer.[10]

Folgende gesundheitlichen Probleme treten bei Tieren insbesondere in der Massentierhaltung auf:

Tier Gesundheitsprobleme
Schwein Haut-, Gelenk-, und Klauenverletzungen
Lahmheiten- und Fundamentprobleme
Schwanzbeißen und Kannibalismus
Infektionserkrankungen
Erhöhte Ferkelsterblichkeit
Erhöhte Auseinandersetzungen unter den Schweinen
Stressbedingte Todesfälle von Mastschweinen
Schmerzen durch Eingriffe wie Kastration, Schwanzkürzen oder Nasenringe
Töten von "überzähliger und/oder lebensschwacher" Ferkel
Mastrinder Schwanzspitzennekrose
Haut- oder Gelenkschäden an den Gliedmaßen
Atemwegs- und Verdauungstrakterkrankungen
Erhöhte Aggressivität unter den Bullen
Breite Einschränkung der Verhaltensmöglichkeiten
Masthühner Kontaktdermatitis
Hitzestress
Atemwegserkrankungen
Stoffwechselbezogene Erkrankungen
Beinprobleme
Inaktivität der Tiere
Chronischer Hunger der Mast-Elterntiere
Schmerz bzw. Verlust der Integrität durch Amputation des letzten krallentragenden Zehengliedes bei den Zuchthähnen, Schnabelkürzen bei Mastelterntieren

Wie ist das zu begründen: sich für die Tiere zu kümmern und gleichzetig Tiere zu essen?
Während die Politiker den Tierschutz im Gesetz verankern und für dessen Missachtung Freiheitsstrafen verhängen, kommen Fleischunternehmen, die unter grausamen Bedingungen systematisch Tiere töten, einfach davon. Wie ist soetwas moralisch zu rechtfertigen? Die Befragungen der Fleischkonsumenten haben folgende Antworten ergeben, warum es OK ist, Fleisch zu essen:[11]

  • Natürlichkeit-Argument: Fleisch zu essen ist durch Evolution vorgegeben.
  • Normalität-Argument: Fleisch zu essen ist in der Gesellschaft normal. Auch unsere Vorfahren haben Fleisch gegessen.
  • Notwendigkeit-Argument: Fleisch ist notwendig für eine gesunde Ernäherung und für die Umwelt.
  • Geschmack-Argument: Fleisch schmeckt gut.

Die obigen Argumente der Fleischkonsumenten stellen für sie eine effektive Rechtfertigung dar, warum es OK ist, Tiere zu züchten, zu töten, um sie dann zu essen.[12]

Ein großes philosophisches Problem ist...
Es ist zwar möglich physikalische Eigenschaften (Gehirnaktivität, Verletzungen, Blutdruck etc.) eines Lebewesens wissenschaftlich zu analysieren, jedoch ist es schwierig aus den physikalischen Daten auf das interne Empfinden zu schließen. Konkret gesagt: Empfindet ein Schwein den gleichen Schmerz wie der Mensch, wenn diesem ein Messer in den Hals gejagt wird? Empfinden die Mutterkühe und ihre Kälber Leidgefühle, wenn sie in der Tierhaltung voneinander getrennt werden?

Auch unter den Menschen ist es nicht möglich auf sein privates Empfinden zuzugreifen. Das einzige, was möglich ist: Seine Gestik, Mimik und grundsätzlich das Verhalten zu analysieren und daraus dann zu schließen, wie er sich tatsächlich fühlt. Zwischenmenschlich ist so ein Rückschluss von physikalischen Daten auf die Gefühle leicht möglich, weil wir der gleichen Spezies angehören und annehmen, dass wir ähnliche Schmerzen und Gefühle unter bestimmten Bedingungen empfinden. Genau aus diesem Grund ist es moralisch nicht richtig Menschen als Nutztiere einzusetzen. Nutztiere wie Schweine und Rinder dagegen, gehören nicht zu unserer Spezies, weshalb nur der Zugang zu ihren physikalischen Daten möglich ist. Was die Lebewesen, Kühe und Schweine, tatsächlich privat empfinden, ist für den Menschen unzugänglich, weil der Mensch nie eine Kuh oder ein Schwein war. Der unterschiedliche physikalische Aufbau der Spezies und die dadurch entstehende Unwissenheit über ihre internen Gefühle sowie eine fehlende gemeinsame sprachliche Kommunikation, legitimieren die Ausbeutung dieser Spezies. Ist es aber überhaupt moralisch vertretbar, die "tierischen Konzentrationslager" allein mit dem Glauben zu begründen, dass andere Spezies nicht so wie Menschen empfinden?

Fleischkonsum und die Psychologie

Es gibt einige interessante Korrelationen zwischen dem übermäßigen Fleischkonsum und dem Verhalten des Menschen:

  • Menschen, die mehr Fleisch essen, sind eher maskulin.[13]
  • Menschen, die mehr Fleisch essen, unterstützen eher hierarchische Werte und ungleiche Behandlung verschiedener Individuen / Lebewesen.[14]
  • Menschen, die mehr Fleisch essen, sind weniger offen für neue Erfahrungen.[15]

Fleisch für die Mülltonne

Allein in Deutschland wird jedes Jahr 346 Millionen Kilogramm noch essbares Fleisch weggeworfen. 200.000 Rinder, 4 Millionen Schweine und 45 Millionen Hühner mussten gezüchtet werden, um im Müll zu landen.[9] Hat es überhaupt noch mit Wertschätzung zu tun?

Fazit Wer zu einer ethischen und ökologischen Welt beitragen möchte, wer die Umstände der Menschen in Entwicklungsländern verbessern und die Lebensgrundlage zukünftiger Menschen sicherstellen und gleichzeitig die eigene Gesundheit verbessern will, der sollte den Fleischkonsum durch Pflanzenkonsum ersetzen.

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