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Alexander Fufaev

Seite 9: Die Abreise

Haus von Lina und Yura
Google-Maps
Noch ein letzter Blick auf das Haus der Großeltern. Zu sehen ist die Schaukel, auf der wir die schönsten Sonnenuntergänge beobachten konnten. Auch der Brunnen ist zu sehen, der uns mit Wasser versorgte.

Die Zeit der Abreise nach Deutschland rückte näher. Die gerichtlichen Dinge zwischen Dima und Mama – insbesondere bezüglich der Wohnung und der Adoption von mir und Dascha - wurden geklärt. Joachim reiste dann nach Deutschland zurück. Einige Wochen davor verabschiedete ich mich von meinen Freunden, die ich auf dem Schulhof treffen konnte. Ich klingelte auch bei meinem besten Freund Sanja an der Tür und sagte ihm ebenfalls Tschüss. Sobald alles bereit war, musste ich die 7. Klasse mittendrin abbrechen.

Alexander Fufaev: Schulnoten 1-6. Klasse
Meine Schulnoten von der 1. bis zur 6. Klasse. Dabei ist in Russland die Note 5 die beste Note und 1 die schlechteste. (März 2005)
Oxana Fufaeva: Schulveranstaltung in Orlowka
Vorderseite des Dokuments (März 2005)

An einem sehr frühen Morgen war es soweit... wir packten noch die letzten Koffer ins Auto hinein und fuhren los. Bevor wir nach Rostow zum Flughafen fuhren, kamen wir noch schnell in Asow bei Galja und Gogi vorbei. Nach dem ich an der Tür geklingelt hatte, machte Galja die Tür auf und ich sprang ihr in die Arme. Ich konnte meinen Augen nicht glauben als ich Galja ansah. Sie hatte Tränen in den Augen, was ich bis jetzt noch nie erlebt hatte! Es war ein sehr schmerzhafter Abschied; aber was blieb mir denn schon anders übrig. Die Tickets nach Deutschland waren schon längst gekauft und ich hätte ohne meine Mama und meine Schwester auch nicht ausgehalten.

Nach einer etwas längeren Fahrt zum Flughafen in Rostow, verabschiedete ich mich auch von meinem Vater, der bereits uns am Flughafen erwartete. Wir saßen da in einer riesigen Halle mit nervigen Durchsagen - ich neben ihm sitzend und wartend; bis diese blöde Durchsage an uns gerichtet war. Nun war es soweit: Eine letzte Umarmung und ich, Mama, Laura und Dascha musste los zum Flugzeug. In kleinen Zeitintervallen drehte ich mich um, um meinen Vater noch einmal zu sehen. Jedes Mal wurde er kleiner und kleiner und meine Angst, dass ich ihn nie wieder sehe, größer und größer...

Flughafen: Rostow am Don
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Flughafen: Rostow am Don

Von Rostow flogen wir zuerst nach Moskau, bis dahin begleitete uns Opa Yura. Und nach einer Übernachtung auf den Stühlen des Flughafens, ging die Reise weiter, ohne Opa, mit dem Flugzeug nach Deutschland. Das war der 25. März 2005 - nachdem meine Eltern sich nach 11 Jahren Ehe scheiden ließen. Die Eltern vergessen oft ihre eigene Kinder, wenn sie miteinander streiten. Sie vergessen oft, welchen Einfluss es auf die Kinder hat, ohne einen Vater oder ohne eine Mutter aufzuwachsen. Trotz der Scheidung der Eltern, war meine Kindheit größtenteils abenteuerlich und wunderbar. Tschüss, meine tolle Kindheit. Tschüss Opa Yura und Oma Lina. Tschüss Tante Olja und Cousine Ksjuscha, Tschüss Onkel Sascha, Tschüss Galja und Gogi. Tschüss Dima! Tschüss Russland!

Nach einem dreistündigen Flug kamen wir in Frankfurt an. Am Flughafen wurden wir bereits von Joachim, erwartet. Ich ging erstmal verunsichert auf ihn zu und umarmte ihn als wär er mein Vater. Es fühlte sich irgendwie in dem Moment gar nicht so schlimm an ihn zu akzeptieren. Insbesondere nicht, als ich beim Parkplatz sein Auto sah. Ich war so überrascht von seinem 7er BMW, weil in Russland solche ausländische Marken irgendwelche Mafialeute besaßen. Als wir uns ins Auto reingesetzt hatten, fragte ich mich, wofür all die Knöpfe und Anzeigen da waren. Im Vergleich zu der roten Lada von Opa Yura, war die Innenausstattung wie aus Science-Fiction.

Joachim: Auto BMW
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Joachims BMW

Von Frankfurt aus, fuhren wir dann in Richtung Hannover. Als wir nach einer langen, jedoch aufregenden Autobahnfahrt in Lühnde ankamen und aus dem Auto ausgestiegen waren, standen wir vor seinem großen Haus. Es sah - nach meinen Verhältnissen - sehr luxuriös aus!

Kurz nach dem Hineingehen mit dem offenen Mund, klingelten an der Tür die Nachbarn Jörg und sein Sohn Jan, der ein paar Jahre jünger war als ich. Was sie da die ganze Zeit auf Deutsch redeten, verstand ich überhaupt nicht. Als sie sich nach dem Gespräch verabschiedeten, konnte ich ein bisschen das Haus erkunden. Eine Treppe im EIGENEN Haus, das war ungewöhnlich für mich! Zwei Toiletten und vor allem so viele Zimmer! Das ist erstmal das einzige, was ich am Haus erkundet hatte, denn wir kamen spät im Dunkeln an und so langsam wurde ich müde…

Am nächsten Morgen besichtigte ich weiter das Haus. Mein Zimmer war übrigens direkt links hinter der Eingangstür. Die Treppe nach oben führte beispielsweise zum Wohnzimmer, zum Schlafzimmer der Eltern, Lauras und Daschas Zimmer und Joachims Büro. Unten im Haus gab es die Küche, das Esszimmer mit antiken Stühlen, die Werkstatt, wo Joachims schnelles Motorrad stand und das Badezimmer.

Joachim: Lühnde Große Gasse Haus
Das war Joachim's Haus aus, in dem wir in Deutschland zuerst wohnten.
Joachim: Lühnde Große Gasse Eingangstür
Eingangstür des Hauses
Joachim: Lühnde Große Gasse Haus
Treppe nach oben zum Wohnzimmer, Arbeitszimmer etc.
Joachim: Lühnde Große Gasse Wohnzimmer
Das Wohnzimmer, in dem wir abends manchmal Filme geguckt haben.
Joachim: Lühnde Große Gasse Garten
Unser Garten hinter dem Haus, wo es zur warmen Zeit gegrillt wurde.
Joachim: Lühnde Große Gasse Rückseite des Hauses
Die Rückenseite des Hauses, die ich mal ganz alleine komplett mit weißer Farbe gestrichen habe.

Die ersten Abende in Deutschland, sobald die Sonne unterging, war es schmerzhaft für mich - ohne Dima und die anderen. Ich lag im Bett und vermisste weinend meinen Vater und die Zeit mit Onkel Sascha. Aber was blieb mir schon anders übrig…

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