1. Welt»
  2. Seite 13: Kunst und Sex
Alexander Fufaev

Seite 13: Kunst und Sex

Da ich nun die Möglichkeit hatte, einen noch höheren Schulabschluss zu erreichen, nutzte ich sie kurzerhand und bewarb mich für den 11. Jahrgang einer gymnasialen Oberstufe. Doch schon nach ungefähr einem halben Jahr auf der Robert-Bosch-Gesamtschule schwand meine Motivation aufgrund des unerwartet hohen Schwierigkeitsgrades. Nur zum Fach Chemie ging ich gerne - nicht weil es mein Interesse war, sondern weil der Lehrer mir einen Anstoß zur Entfaltung der Begeisterung für dieses Fach gab. Auch Kunst machte mir Spaß - abgesehen von den Interpretationen, die wir in Klausuren machen mussten. Einige meiner Kunstwerke trugen die Titel „Der sitzende Mann“, „Zwei Nashörner ein Kelch“, „Hand der Rechtschaffenheit“, „Der Lebensfaden“, „Buntes Durcheinander“, „Auserwählter Gottes auf dem Weg zum Olymp“, „Unbekannter Krieger“ und „Stuhl mit intelligenter Seele“.

Alexander Fufaev: Klassenfoto Robert-Bosch-Gesamtschule. Kunstunterricht: der sitzende Mann
Speichern
Eines meiner Kunstwerke: Der sitzende Mann. (2010, Hildesheim)

In all den anderen Fächern lief es notentechnisch sehr schlecht. Irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr auf Schule und den einzigen Ausweg sah ich im Abbruch der 11. Klasse, die ich mit dieser Einstellung eh nicht geschafft hätte [*]. Stattdessen wollte ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker machen.

Alexander Fufaev: Klassenfoto Robert-Bosch-Gesamtschule. Klara Steinert, Lewin Winkel, Max Erlach, Antonia Rien, Jenny Kügler, Joshua Schwarz, Leif Haarstrich, Lukas, Maxi, Saadet
Speichern
Klassenfoto: meine Klasse in der Robert-Bosch-Gesamtschule, die ich nach ca. einem halben Jahr verlies. (Erste Reihe, zweiter von rechts). (Herbst 2010, Hildesheim)

Am letzten Schultag ging ich zum Oberstufenleiter Herrn Reichardt, um ihm die Blumen zu überreichen. Aber nicht für ihn, sondern für meine Mitschülerin Klara, in die ich etwas verknallt war. Hatte mich nicht getraut, ihr die Blumen selbst zu schenken.

Anschließend suchte ich nach einer Ausbildung zum Fachinformatiker. Es gab viele Absagen, doch bei einigen wurde ich eingeladen, beispielsweise für einen Test o.Ä. Bei einem Unternehmen „Impuls1“ in Hannover hatte ich sogar ein paar Probetage gearbeitet. Dort musste ich eine Webseite selber gestalten. Diese Aufgabe hatte ich gut gemeistert. Ich hätte mich schon gefreut da aufgenommen zu werden, doch trotzdem wusste ich nicht so ganz, was ich vom Leben will. Am letzten Probearbeitstag wurden mir von den Mitarbeitern ein paar Fragen gestellt, die mir wahrscheinlich den Todesstoß verpasst hatten. Sie hatten sich für einen anderen Bewerber entschieden. Ich war enttäuscht...

Den Rest des Schuljahres hatte ich praktisch nichts sinnvolles getan. Ich zockte nur, machte sonstigen Blödsinn. Ich war sogar für einige Zeit "hochpoetisch", in dem ich beispielsweise ein paar Gedichte schrieb. Mein allererstes deutsches Gedicht, welches im Jahr 2011 entstand, war:

Träumen von Glückseligkeit
Stunden saß ich da vor mich hin,
Schaute verträumt durch das Fenster... aber auch dahin,
Wo die Gedanken in die Unendlichkeit schwinden;
Zu den glühenden Sternen, zu den sommerlichen Winden.
Dahin, wo es keine Sorgen mehr gab,
Wo die Wonne meine Seele umgab,
Wo die geliebte Familie lachte,
Wo die Liebe neue Erkenntnisse brachte,
Dahin, wo ich die Hand auf mein Herz legte;
Und mit stolzem Gefühl diese Glückseligkeit pflegte.

Später habe ich das Gedicht auch aufgenommen.

Link
Mein allererstes Gedicht vorgetragen ein paar Jahre später (2013)

Mein nächstes Gedicht war:

Vergänglichkeit des Lebens
Viel Glück gehabt, um auf die Welt zu kommen;
auf der Wiese gelegen und von der Sonne bestrahlt;
bei den Eltern wohlgenährt und moralisch erzogen,
bummelst durch das Sammelsurium im ruhigen Wald.

Unbewusstheit hat deinen Leib und Geist ergriffen.
Und die unberechenbare Wildnis die Übermacht erreicht.
Ein hungriger Wolf schleicht und hat dich auf dem Gewissen,
während du verblutest und ein anderer dich zerfleischt.

Nun wird dir plötzlich dein sterbendes Leben bewußt -
doch viel zu spät. Du lässt dein Fleisch zerreißen.
Nur die trotzige Hoffnung bleibt eine Weile robust -
in das verheißene Paradies der Ewigkeit zu verreisen.

Dann habe ich mich an eine Ballade gewagt:

Der Auftragsmörder
Nach langem Ruhen, eines Tages,
Bekommt ein Mörder hohen Ranges;
Einen Auftrag - vom Statthalter persönlich.
Ungewiss ist der Frevel und ungewöhnlich.

"Hör' mir zu, du unbedeutendes Gesindel und
Hintergeh' mich nicht, ich dulde keinen Schwindel!
Mein Vermögen hat die Hure sich unter die Nagel gerissen.
Finde und töte sie; kein Geschöpf wird sie je vermissen!
"

"Jawohl mein Staatsmann, unverzüglich wird sie erledigt;
Ohne Skrupel und mit Freude wird sie geschädigt.
So weit, so gut. Eine nichtige Frage bleibt jedoch offen:
Darf man von einem gnädigen Herren eine Großzügigkeit erhoffen?
"

"Gewiss! Eine Folter wird deinem unreinen Leibe gewährt,
Bis dein Verstand erwacht und Genügsamkeit erfährt.
Zisch ab! Verschwinde! Vollende deine Aufgabe.
Aber tue sie mit Bedacht. Und mit großer Hingabe.
"

Und nun streift der enttäuschte Mann hin und her,
Überquert das Land und kommt seinem Ziel immer näher und näher.
Ein abgelegenes Gehöft ist seine letzte Vermutung;
Wachen behüten es; für den Mörder - eine Zumutung.

"Was verbirgt man hier, dass ihr 's so auffallend bewacht?
Lagern hier etwa kostbare Schätze? So mein Verdacht.
"
"Diebesgut liegt hier sicher verborgen, kühner Mann!
Aufgeklärten wird Erkenntnis verdorben, und nun, bist du dran!
"

Vor lauter Bange flieht der Mann in die Ferne,
Läuft hinein, in eine nächstgelegene Taverne.
Stille entfaltet sich, sie ist leer und verlassen.
Nein! Eine Frau geht leis' auf ihn zu und spricht gelassen.

"Beeil' dich. Versteck' dich hinten im Zimmer.
Blick' mich nicht so an; deine Lage wird schlimmer!
Schau hin! Die Wachen schleichen und sind auf der Suche!
Du Verrückter! Wende deinen Blick ab. Bitte! Versuche!
"

"Wie soll ich mich deinem reizvollen Antlitz entziehen?
Deine Schönheit hat mir die Fittiche eines Cherubs verliehen.
Nimm' meine Hand und lass uns gemeinsam abheben;
Durch die prächtigen Wolken fliegen und die Sterne erleben!
"

Ach du lieber Gott! Stöhnend fällt sie ihm um den Hals,
Während er sie erbittert festhält, angesichts seines Schicksals;
Sieht den Statthalter, der mit 'ner Klinge hinter dem Weib steht;
Und wartet machtlos darauf, wie die Liebe seines Lebens für immer vergeht.

Und als letztes kam das Gedicht:

1992
Es blitzt und donnert und säuselt der düstere Wind -
ein Fahrzeug fährt die Straße entlang - es rast geschwind.
In die Klinik wird das ächzende Fräulein gebracht.
Denn: einen Sohn erwartet sie. Er kommt heute Nacht.

Die qualvollen Schmerzen erleidend presst sie und atmet,
während der schwitzende Vater betet und wartet.
Zum Vorschein kommt der Kopf des Übemaßes.
Das Übermaß macht ihn zum Denker - eines Tages.

Der Wind singt und die prächtigen Wolken weinen,
der Donner brummt und die Freudentränen fallen -
bis der Blitz einschlägt und die Leitung beschädigt:
die Geburt selber beleuchtet - und alle beängstigt.

Schnell wächst der flinke Hosenmatz heran.
Er prügelt, lacht und weint und sammelt Erfahrung.
Verliebt sich und wird zu einem kleinen Mann:
zu einer rassistischen Gestalt ohne jegliche Planung.

Eine Weile vergeht bis zum Genuss der Besinnung -
er denkt nach: damit bloß kein Fehler entsteht.
Und nun weiß er es: die Antwort ist Bildung,
auf die seltsamsten Fragen, die er nicht versteht.

Eine weise Erkenntnis hat er fürs Leben gewonnen -
Das Leben überdacht und die größten Ziele gesponnen,
um sich der wahren Unsterblichkeit zu bedienen

Während dieser poetischen Phase sehnte ich mich auch nach der Weiblichkeit. Ich wollte Mädels kennenlernen und endlich Sex haben! Und da ich mich nicht traute Mädels auf der Straße anzusprechen, musste ich sie im Internet kennenlernen. Ich war auf unzähligen Kennenlernportalen angemeldet. Im Chat "Knuddels" schrieb ich beispielsweise mit einer Julia aus Hamburg, die laut ihrer Größenangabe einen Kopf größer war als ich. Sie fand das nicht schlimm. Sie schien mir jedoch etwas seltsam zu sein, so wie sie sich artikulierte... Meine Vermutung bestätigte sich, als sie mir dann ihre Nummer gab und wir über WhatsApp weiter schrieben. Denn sie verriet mir, dass sie unter Schizophrenie leidet. Sie schlug mir dann auch vor, da sie gerade nicht im Krankenhaus war, uns zu treffen. Ich hatte nichts gegen ihre Krankheit und das Treffen, doch eines Abends, kurz vor dem Schlafengehen, bekam ich eine Sprachnachricht von ihr. Als ich sie abspielte, kriegte ich überall Gänsehaut. Sie sagte mir weinend: "Alexander, ich habe Angst. Hier ist überall Blut. Meine Füße und Hände sind voller Blut. Ich habe solche Angst." In dem Moment bekam ich selber Schiss. Ich fragte sie, ob es echtes Blut sei. Erst am nächsten Morgen antwortete sie mir, dass es nur einer ihrer Halluzinationen war. Seit dem Tag wurde unser Kontakt immer seltener und seltener, bis wir gar nicht mehr kommunizierten. Besucht hatte ich sie auch nicht.

Stattdessen suchte ich weiter. Es waren stets kurze Kontakte, ohne ein Treffen... bis ich auf Jenny S. aus Hannover stieß. Auf ihren Fotos war sie dunkel angezogen. Ich dachte zuerst sie war entweder Gothic oder so etwas ähnliches - nur nicht so ganz krass. Jedenfalls schrieben wir erst miteinander, wie es sich gehört. Eines Tages trafen wir uns sogar in Hildesheim. Sie saß bereits auf einer Bank und las ein Buch als ich an unserem Treffpunkt am Bahnhof ankam. Wir spazierten durch Hildesheim und lernten uns kennen. Für unser zweites Treffen lud sie mich in ihre Wohnung ein, zusammen mit ihr einen Kuchen zu backen.

Wir hatten uns irgendwo in Hannover getroffen und gingen dann ein paar Kilometer zu Fuß zu ihr. Sie wohnte alleine in ihrer Wohnung, zusammen mit ihren zwei Hamstern. Während sie den Kuchen backte, schaute ich im Wohnzimmer – in einem Sessel sitzend - fern. Nach dem sie fertig war, aßen wir den leckeren Kuchen und redeten über eine Tierdokumentation, die gerade im Fernsehen lief. Nach einiger Zeit ging sie in die Dusche und ließ mich die Kopulation zweier Löwen allein weiterschauen. Nach dem Duschen kam sie wieder zu mir ins Wohnzimmer und setzte sich aufs Sofa. Es vergingen einige Stunden, bis es dunkel wurde. Sie meinte, ich könnte bei ihr bis morgen bleibe, weil es schon spät sei. Ich hatte mich natürlich sehr gefreut und sagte sofort JA! Als es ganz spät wurde, putzten wir kurz die Zähne (ich hatte zur Sicherheit meine Zahnbürste mitgenommen, weil ich darauf gehofft hatte, dass ich bleiben darf). Anschließend gingen wir dann in ihr Schlafzimmer. In ihr Bett. Zuerst lagen wir Rücken am Rücken, doch dann sagte sie zu mir, dass ich mich auch zu ihr drehen darf, denn nah beieinander ist es wärmer. Wie es weiter ging, könnt ihr euch denken. Jenny war sehr erfahren im Bett und sehr dominant. In dieser Nacht verlor ich meine Jungfräulichkeit. Früh am Morgen verabschiedeten wir uns. Das war unser letztes Treffen, auch, wenn wir später noch in Kontakt waren.

Weltkarte
Verwalten
Profil
Die Stimme fragt...
Wie erlange ich den Zugang?

Um das Portal von Ak'tazun betreten zu können, musst Du die rote Pille schlucken. Nachdem Du durch das Portal gegangen bist, gelangst Du in die Matrix, wo Du beispielsweise folgendes tun kannst:

  • Inhalte hinzufügen & verwalten
  • Einige Inhalte kommentieren
  • Mittels Kommunikator RT2000 chatten
  • WhatsApp-Gruppe beitreten
Bist Du dabei?
Ja, bin dabei!
Portale in die anderen Welten

Reise zu den sicheren anderen Welten des Internets, um nach dem Wissen zu suchen. Findest Du eine Welt besonders interessant, dann kannst Du in der Universaldenkerwelt ein Portal zu dieser Welt erbauen, um den anderen Besuchern den schnellen Zugang dazu zu gewährleisten.

Portalraum betreten
Kommunikator
ONLINE 2
Gäste online: 2
Denker online: 0
Der Kommunikator RT2000 funktioniert nur innerhalb der Matrix!
Ich will in die Matrix!Mayday! Kontakt aufnehmen.