Besserer Unterricht mit 21 Ideen | FGI-Unterrichtsmethode

Hier lernst Du als Lehrer - anhand FGI-Unterrichtsmethode -, wie Du Schüler für Deinen Unterricht mehr begeistern könntest.

Wir können lange auf eine Veränderung in der Bildungspolitik warten, noch mehr Geld für Bildung fordern oder Schulsysteme kritisieren so viel wir wollen. Meistens bringt es wenig. Deshalb habe ich mir gedacht: Anstatt sich über Schulsystem und Bildung aufzuregen, lasst uns lieber versuchen, das Beste aus dem zu machen, was wir zur Verfügung haben.

Um eine erfolgreiche Unterrichtsmethode als Lehrer zu haben, musst Du wissen, wie Kinder ticken und was sie wollen. Dazu musst Du keine psychologischen Bücher lesen. Nein. Bediene Dich Deiner eigenen Fantasie. Denke auch mal an Deine Kindheit zurück. Oder stelle Dir vor, wie Du Dich in gewissen Situationen verhalten würdest, wenn Du ein Kind wärst. Was würdest Du Dir allgemein wünschen? Und, wenn Du verlernt hast ein Kind zu sein, dann gibt es immer noch die Möglichkeit Kinder zu befragen. Aber eins kann ich Dir vorweg verraten: Kinder wollen die Welt entdecken, sie wollen alles ausprobieren, alles in den Mund nehmen, denn sie wollen nicht nur wissen, wie es aussieht, sondern auch wie es schmeckt. Sie sind in ihrem Ursprung unglaublich neugierig und kommen selbst bei einem stinknormalen Bagger oder bei einer vorbeifliegenden Biene zum Staunen. Jeder von uns wird als Forscher, Entdecker, als Philosoph, als Physiker geboren; wobei mit der Zeit die Lust an der Erforschung der Natur, die Neugier und Begeisterung zurückgehen oder sogar komplett verschwinden.

Und genau deshalb habe ich eine Unterrichtsmethode aus der Sicht eines Kindes entwickelt, mit der Frage im Hinterkopf: Wie müsste der Unterricht gestaltet werden, damit ich - als Kind - mehr Motivation und Freude habe, zum Unterricht zu gehen?

"FGI" steht für Freiheit, Gleichbehandlung und Innovation - 3 Grundprinzipien dieser Unterrichtsmethode:

  1. Freiheit in der SchuleDu musst Hausaufgaben machen, Du musst pünktlich sein, Du musst dem Unterricht folgen. Du darfst nicht Kaugummi kauen, Du darfst nicht aufs Klo gehen, Du darfst nicht Musik hören, Du darfst nicht trinken, Du darfst nicht essen. Meine Güte, welcher gesunde Mensch würde sich an einen Ort begeben, wo seine Handlungsfreiheit - auf übertriebene Weise - eingeschränkt wird? Welcher gesunde Mensch würde sich an einen Ort begeben, wo er das tun muss, was eine autoritäre Person von ihm verlangt, ohne auf die Wünsche der Gruppe einzugehen? Niemand. Deshalb: Gib den Schülern mehr Handlungs- und Entscheidungsfreiheit!
  2. Gleichbehandlung in der SchuleMöchtest Du für Deine Taten angeschrien werden? Oder vom Schulleiter gesagt bekommen, dass Du als Mathelehrer keine Ahnung von Mathe hast? Oder vom Schüler aus dem Unterricht rausgeschmissen werden, weil Du nicht in der Lage bist ihm das Thema zu erklären? Würdest Du das akzeptabel finden? Nein? Dann tue soetwas Deinen Schülern auch nicht an. Selber anschreien, kritisieren und rausschmeißen und anderen Befehle geben, aber dem Gegenüber das Gleiche zu tun, verwehren - ist autoritär. Kinder und Jugendliche mögen keine autoritären Personen, sie mögen Vorbilder - Personen mit Autorität. Deshalb: Behandle Schüler so, wie Du von Schülern behandelt werden möchtest!
  3. Innovation in der SchuleSchülern wird es schnell langweilig, wenn der Unterricht nicht einzigartig gestaltet ist. Von einem Klassenraum zum anderen rennen sie in den Unterricht. Und überall der gleiche Scheiß. Eingesperrt in vier Wänden, auf einem harten Stuhl sitzend, lernen sie von einem monoton redenden, gelangweilten Lehrer wie man mit einer einheitlich gestalteten Bewerbung in den Arsch des Arbeitgebers kriecht. Anschließend werden aus dem Buch kopierte Schwarz-Weiß-Arbeitsblätter bearbeitet. Wenn Du als Lehrer etwas verändern willst, ohne 1000 Jahre auf die weiteren Regelungen der Kultusminister warten zu müssen, dann: Brich die Norm! Gestalte den Unterricht übertrieben kreativ / innovativ!
    Und zwar so, dass Deine Unterrichtsmethode einmalig auf der ganze Schule oder gar auf der ganzen Welt ist!

21 Vorschläge für eine angenehmere Unterrichtsmethode

Auf der Basis dieser drei Grundprinzipien, habe ich für Dich ein paar mögliche Umsetzungen erdacht; wie Du anfangen könntest Deinen Unterricht - allmählich oder sofort - umzugestalten, um Neugier und Interesse der Schüler an Deinem Unterricht zu wecken. Da Schüler unterschiedlichen "kindlichen Geist" in sich tragen, solltest Du vor jeder Änderung immer mit Deinen Schülern darüber entscheiden, ob sie mit der Umsetzung des jeweiligen Vorschlags einverstanden sind. Ein wirklich guter Vorschlag zeichnet sich dadurch aus, dass jeder mit ihm einverstanden ist!

Social Media benutzen

Social-Media im Unterricht

Benutzen Deine Schüler Facebook oder Whatsapp? Dann lasse einen der Schüler eine Facebook- oder WhatsApp-Gruppe erstellen und alle in die Gruppe einladen. So kann die Klasse - einschließlich Lehrer -, auf moderne Weise in der Freizeit in Kontakt bleiben. Sei nicht nur Gruppenmitglied, sondern diskutiere und kommentiere mit. So gewinnst Du mehr Vertrauen als Lehrer und lernst Deine Schüler von einer anderen Seite kennen. Haltet auch tolle Momente und Tage beim Lernen oder nach dem Lernen auf Fotos fest und stellt sie in die Social-Media-Gruppe rein. So schafft ihr etwas Tolles für die Erinnerung - nach vielen Jahren danach. Setze im Unterricht auch mal gut visualisierende YouTube-Lern-Videos ein, um behandelte Themen bestmöglich zu verdeutlichen!

Duzen statt Siezen

Es wäre vorteilhaft die Schüler zu duzen! Aber - genauso der Klasse erlauben Dich zu duzen! Auf diese Weise baust Du eine kumpelhafte Atmosphäre in der Klasse auf und gewinnst damit noch mehr Vertrauen, mit dem eine bessere Zusammenarbeit möglich wird. Respekt sollten so und so beide Seiten einander zeigen; ganz egal ob gesiezt oder geduzt wird. Also: entweder gegenseitig kumpelhaft duzen, oder, wenn Dich so etwas kränkt, dann - gegenseitig siezen. Es ist entscheidend, dass Du Dich in die Schülergemeinschaft integrierst - sonst wirkst Du auf die Schüler fremd, was gewiss deren Vertrauen - Dir gegenüber - beeinträchtigt.

Sitzordnung anpassen

Die Schüler sollten beim gemeinsamen Lernen oder Diskutieren einander ins Gesicht schauen können und nicht den Rücken anstarren oder sich nach hinten umdrehen müssen. Lasse am besten Deine Schüler entscheiden, wie sie die Positionen der Tische gern hätten. Mache aber auch selber Vorschläge!

Sitzordnung im Unterricht
Harte Stühle im Unterricht

Harte Stühle vermeiden

Es gibt nichts Schlimmeres als auf einem harten Stuhl 90 Minuten lang, 5 Tage die Woche zu sitzen und gleichzeitig dem Mathematiklehrer zu folgen. Außerdem fördert das Sitzen auf harten Stühlen den Kampfgeist, macht die Schüler hartnäckiger.[1] Wenn Du also Deine Schüler aufnahmefähiger machen möchtest, vergewissere Dich, dass sie auf weichen Stühlen sitzen. Lasse die Schüler eigene Sitzkissen mitbringen oder legt das Geld zusammen und nagelt die Sitzkissen an den Stühlen fest.

Klassenraum gestalten

Klassenraum-Gestaltung

Hast Du Deinen eigenen Klassenraum oder gibt es Physik-, Chemie-, und andere Räume, in denen nur das jeweilige Fach unterrichtet wird? Dann gestalte zusammen mit den Schülern auf übertrieben kreativer Weise den Raum. Am besten fachspezifisch! Keine Plakate mit Schriftgröße 12. Das liest eh kaum jemand. Große, knapp beschriftete und für die visuelle Wahrnehmung konzipierte Plakate, wären dagegen interessant anzusehen. Für Physikunterricht kannst Du coole Infografiken für die Klassenwände erstellen. Hier ist z.B. eine Infografik zum Photoeffekt. Coole Bilder, Infografiken mit Fakten, Portraits von berühmten Menschen aus dem Fach... Der Gestaltung des Raums sind wirklich keine Grenzen gesetzt! Je größer der WoW-Effekt am Ende, desto besser!

Essen & Trinken im Unterricht erlauben

Essen & Trinken im Unterricht

Solange die Nahrung keine Geräusche verursacht und nicht allzu stark riecht, sodass dadurch eine Ablenkung möglich wäre, ist es sinnvoll das Essen und Trinken während des Unterrichts zu erlauben. Wer möchte, kann gerne einen Kaffee trinken oder Gummibärchen aus einer Schale essen. Oder einfach nur Kaugummi kauen. So steigern die Schüler durch das Kauen, ihre Aufmerksamkeit[2] und bekommen eine noch größere Entscheidungsfreiheit. Außerdem steigert das Kaugummikauen die Leistung durch höhere Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn und reduziert Stress![3] Ich erinnere mich an meinen Biologieunterricht, wo es mir verwehrt wurde Kaffee zu trinken. Das war ein ausreichender Grund für mich öfters mal den Biounterricht zu schwänzen.

Auf Toilette gehen erlauben

Auf Toilette gehen im Unterricht

Jeder Mensch und dazu gehören auch Schüler, muss unter allen Umständen die Möglichkeit haben auf die Toilette zu gehen. So ein Verbot von Dir, würde nur aufzeigen, dass Du eine autoritäre Person bist und das Grundbedürfnis des Schülers missachtest. Außerdem ist dieses Verbot gesetzeswidrig.[4] Lass die Schüler ungefragt auf die Toilette gehen, denn das Fragen würde nur unnötig vom Unterrichtsthema ablenken und einige Schlauberger werden durch das Fragen versuchen den Unterricht zu sabotieren. Richte niemals Deine Aufmerksamkeit auf solche Kleinigkeiten, wie Diskussionen über den Toilettengang. Fixiere Dich lieber auf Dein Fach und Deine Selbstpräsentation.

Nicht pingelig sein

Es würde niemandem gut tun, wenn Du zu kleinlich bist und selbst Verspätungen von 5-10 Minuten aufschreibst. Die Zeit, die für Rechtfertigungen und Strafe aufgebraucht wird, kann lieber sinnvoll fürs Lernen verwendet werden. Es muss Dir außerdem als Lehrer völlig egal sein, warum der Schüler zu spät kommt. Die Zeit ist nicht umkehrbar. Was passiert ist - ist passiert. Auch irgendwelche Rechtfertigungen und Entschuldigungen seitens des Schülers sind ebenfalls reine Ablenkung vom Lernen. Stattdessen können z.B Schüler nach dem Unterricht zum Lehrer gehen und sich nachtragen lassen.

Hausaufgaben freiwillig machen

Auch durch diese Zwangsmaßnahme wirst Du bei keinem Schüler Interesse für Dein Fach wecken können; wohl eher komplett vernichten. Außerdem, wer keine Hausaufgaben machen will, der wird immer eine Lösung finden, um sie zu umgehen. Entweder wird die Hausaufgabe bei den Mitschülern oder irgendwo aus dem Internet abgeschrieben; oder grottenschlecht während der Schulpause gemacht, dass daraus überhaupt kein Lerneffekt entstehen kann. Ist wohl klar, die Interessen der Schüler sind unterschiedlich; genauso wie der erworbene Wissensstand während des Unterrichts. Lasse deshalb Hausaufgaben eine freiwillige Zusatzleistung sein.

Mehr Zeit für Klausuren gewähren

Zeit für Klausuren

In der heutigen Gesellschaft sind Geschwindigkeit und Wachstum die Götter des Systems. Unendlich wachsen. Schneller das Studium abschließen, schneller Arbeiten, schneller Daten übertragen. Alles steht unter Zeitdruck. Auch Klausuren. Aber - nicht jeder schreibt gleich schnell. Nicht jeder denkt gleich schnell. Nicht jeder kann unter Zeitdruck arbeiten. Deshalb sollte mehr Zeit für Klausuren - im Rahmen des Möglichen - gewährt werden. Je mehr desto besser. So kann jeder Schüler individuell Zeit für die Bearbeitung nehmen, die er braucht; ohne in Stress zu geraten.

Sinn des Themas betonen

Am deutlichsten sollte nicht die Erklärung des Themas sein, sondern der Sinn dahinter. Was habe ich davon, wenn ich ein bestimmtes Thema beherrsche? Besonders in naturwissenschaftlichen Fächern und in Mathematik sollte der Bezug zum Alltag hergestellt werden und zwar so deutlich wie möglich.

Interessanter & einfacher kommunizieren

Kommunikation im Unterricht

Es ist wichtig nicht nur darauf zu achten, was man vermittelt, sondern auch wie! Unterstütze Deine Erklärung mit Händen; mit Füßen, mit deinem ganzen Körper. Benutze auch mal naheliegene Gegenstände zur Unterstützung. Wechsle ständig die Tonlage. Betone und wiederhole wichtige Sätze und Formeln. Sei etwas theatralischer. Etwas lebendiger. Sei ein Mensch und nicht bloß ein herumlaufender Lautsprecher. So gewinnst Du Aufmerksamkeit gelangweilter Schüler. Und das ist wohl die wichtigste Voraussetzung dafür, um den Schülern überhaupt etwas vermitteln zu können. Und, wenn Du etwas vermittelst, dann bitte in einer einfachen Sprache, mit geringster Anzahl an Fachbegriffen. Und falls Du ein Fachbegriff verwendet hast, dann erkläre ihn kurz nebenbei, da sonst der unwissende Schüler meistens anfängt in Gedanken zu überlegen, was der Fachbegriff bedeuten könnte, was natürlich seine Aufmerksamkeit vom Thema ablenkt. Und manche schalten komplett ab.

Keine langen Texte auf der Tafel

Es ist zeitraubend und nicht lerneffektiv ganze Absätze einfach auf die Tafel - aus eigenen Unterlagen - zu übernehmen und die Schüler, diese Texte stupide abschreiben lassen. Abschreiben können sie so und so. Mache stattdessen Stichpunkte oder schreibe kurze Sätze hin; wobei die eigentliche Erklärung des Themas mündlich vonstattengehen sollte; in Kombination mit non-verbaler Kommunikation und vor allem Visualisierung.

Lange Texte auf der Tafel

Arbeitsblätter kreativ gestalten

Arbeitsblatt-Gestaltung

Ein Arbeitsblatt sollte auf gar keinen Fall einen unformatierten Text enthalten! Was aber nicht gleich heißt, dass Du unbedingt viel Zeit für eine aufwendige Gestaltung investieren musst. Es wäre schon lobenswert, wenn Du wichtige Begriffe hervorhebst und eine etwas größere Schrift verwendest; anstatt Schriftgröße 12, lieber 14. Es wäre aber auch ganz cool, wenn Du größere Abstände zwischen Absätzen verwenden würdest, sodass der Inhalt nicht zu gequetscht wirkt. Soetwas schreckt ab. Außerdem - wenn keine Möglichkeit besteht das Arbeitsblatt in Farben auszudrucken, dann ersetze doch mal bitte Farben mit Schraffur; zumindest das, was möglich ist. Dem Arbeitsblatt wird jedoch trotzdem keine Aufmerksamkeit von Schülern geschenkt, die sich für Dein Fach nicht interessieren. Deshalb solltest Du immer etwas Seltsames reinbauen. Du könntest zum Beispiel einen Absatz um 180 Grad drehen, sodass der Schüler das Blatt ebenfalls umdrehen muss. Oder einen ganz ganz klein geschriebenen Satz am Rande einbauen, wo z.B. steht: "illuminati confirmed". Denk Dir irgendetwas Cooles aus... Grundsätzlich kann man sagen: je kreativer, aufwendiger und seltsamer das Arbeitsblatt gestaltet ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nach dem Unterricht im Müll landet. Und bitte tue mir einen Gefallen: Vermeide, wenn es geht, bloße Kopien aus dem Buch. Da merkt der Schüler sofort, wie wichtig dem Lehrer sein Unterricht ist.

Beispiele & Vergleiche benutzen

Verwendung von Vergleichen

Durch Vergleiche und Beispiele versteht der Schüler das Thema viel besser. Viele Schüler können sich nicht vorstellen, wie klein \( 10^{-10}m \) ist. Oder wie groß die Erde im Verhältnis zur Sonne ist oder oder oder. Insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern solltest Du bei Nennung einer Zahl, die nicht aus dem Alltag bekannt ist; wenn möglich, immer einen Vergleich zum Bekannten herstellen. Pragmatische Schüler - und das sind die meisten - können sich nicht für eine winzige oder riesige Zahl begeistern, die ohne Vergleich zu bekannten Größen kommuniziert wird. Und dann wunderst Du Dich, warum der Schüler sein übertrieben falsches Ergebnis in der Klausur nicht abschätzen konnte. So nach dem Motto: "Ist doch klar, dass so eine riesige Zahl in diesem Fall nicht rauskommen kann". So einen Sinn kannst Du nicht von einem Schüler verlangen, wenn Du nur mit fantastischen Zahlen umherwirfst, ohne sie an Beispielen und Vergleichen verdeutlicht zu haben.

Mehr Sinne einbeziehen

    Musikhören im Unterricht
  • Visualisieren - Träume, Erinnerungen, Fantasien kommen bei uns im Bewusstsein als Bilder vor und nicht als Texte, die wir in Gedanken ablesen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Mensch nicht nur sprachlich, sondern auch bildlich die aufgenommenen Informationen verarbeitet. Deshalb solltest Du bei der Wissensvermittlung so viel wie möglich visualisieren. Insbesondere in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern. Außerdem lassen sich Bilder besser einprägen.
  • Hintergrundmusik nutzen - In solchen Stunden, wo keine große Aufmerksamkeit verlangt wird, z.B. bei bloßen Diskussionen, könntest Du eine passende Hintergrundmusik oder Hintergrundgeräusche mit angemessener Lautstärke anschalten, soweit eine technisch gute Soundqualität im Klassenraum zur Verfügung steht. Die Hintergrundmusik sollte aber auf Knopfdruck verfügbar sein. Musikhören im UnterrichtWenn Du zuerst USB-Stick reinstecken und klären musst, warum der Mediaplayer nicht funktioniert - dann lass es lieber sein! Aber mal ein Beispiel: - im Physikunterricht - bei Einführung in die Elektrizität, wenn erste Stunde zur Diskussion gebraucht wird, könntest Du im Hintergrund ein Gewitter laufen lassen. Oder im Geschichtsunterricht - eine dramatische Musik verbunden mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. So schaffst Du eine emotionale, zum Thema passende akustische Atmosphäre für interessante Diskussionen, die sich wiederum durch Musik erzeugte Emotionen besser einprägen lassen.[5]

Noten umgestalten

Umgestaltung der schulischen Noten

Auch, wenn die Noten nicht abgeschafft werden können, kannst Du sie trotzdem umgestalten. Zum Einen um Neues zu schaffen und damit Interesse zu wecken, zum Anderen, um die emotionale Komponente der Noten zu reduzieren, denn sie frustrieren viele Schüler. Öftere Frustration dient dann als ein Signal dafür: "okay... ich bin nicht so gut in diesem Fach". In Physik könnten Noten mit Elektronenvolt ersetzt werden; wobei eine 6 einem Elektronenvolt entsprechen könnte. Und eine 1 - 6 Elektronenvolt. Ein Schüler der viel Energie ins Lernen reingesteckt hat, bekommt dementsprechend mehr Energie in Form einer schulischen Leistung. Es wäre deutlich angenehmer zu erfahren, dass man mit einem Elektronenvolt belohnt wird als mit einer vorurteilsbehafteten, schulischen 6. Und am Ende des Schuljahres kannst Du diese gesammelte Energie wieder in Noten umwandeln. Derartige Umgestaltung wird außerdem nicht den Anschein erwecken, dass ein Schüler dumm ist, sondern, dass er eben weniger Energie investiert hat.

Mottotage veranstalten

Mottotag-Veranstaltung: Tea trinken

Erstelle gemeinsam mit den Schülern einen Plan, mit sovielen Mottotagen wie möglich. Je vielfältiger der Unterricht, desto besser die Anwesenheitsquote; desto interessierter sind die Schüler. Mal ein paar aus der Fantasie gegriffene Beispiele: Ein bestimmter Tag im Winter wär z.B. "Tag des Teetrinkens", wo jeder Schüler eine warme Tasse Tee während des Unterrichts trinkt. "Tag des Tanzes" - bei dem jeder, der etwas zu sagen hat, dies tanzend machen muss. "Tag der Meditation" - bei dem eine orientalische Hintergrundmusik an ist, jeder in Lotusposition sitzt und alle 30 Minuten eine einminütige Meditationspause gemacht wird. Meine Güte wär das cool! Du könntest soviele Mottotage ausdenken, da würde jeder Schüler zu Deinem Unterricht mit Vergnügen hingehen. So würde die Schule eindeutig viel mehr Freude bereiten.

Eltern als Zuschauer einbeziehen

Wenn Du nichts zu verbergen hast, dann mache Deinen Unterricht transparent & öffentlich. Teile den Eltern mit, dass sie die Möglichkeit haben, im Unterricht als ruhige Zuschauer den Unterricht zu beobachten. Wie bei allen Punkten - unter der Zustimmung der Klasse! Die meisten Schüler werden zum Einen weniger den Unterricht stören, zum Anderen werden sie wegen den Zuschauern meistens versuchen sich gut darzustellen, indem sie sich mehr am Unterricht beteiligen.

Vorbilder auswählen lassen

Auswahl der Vorbilder durch Schüler

Lasse jeden Schüler fächerübergreifend ein berühmtes Vorbild wählen, welches der Schüler z.B. im Laufe eines Schuljahres selber verkörpern wird. Vorbilder werden Schülern und Lehrern als Wegweiser dienen. Ein Schüler wird durch das Vorbild immer wissen, was ihn ausmacht. Und der Lehrer hat ebenfalls sofort eine Vorstellung, in welchem Fach die Stärken des Schülers liegen. Physikbegeisterte Schüler würden zum Beispiel die Namen Albert Einstein, Werner Heisenberg oder Erwin Schrödinger repräsentieren. Mathematikbegeisterte Schüler wären Carl Friedrich Gauß oder Leonard Euler. So muss ein Deutschlehrer respektieren und akzeptieren, dass ein Carl Friedrich Gauß sich mehr für Mathematik interessiert als für Deutsch und dementsprechend wahrscheinlich sich weniger Mühe bei einem Gedichtvortrag geben wird als ein gewisser Schüler namens Max Mustermann, der Johann Wolfgang von Goethe repräsentiert.

Unterrichtsmethode-Verbesserung

Unterrrichtsmethode optimieren

Überlege immer mit den Schülern zusammen - und zwar mündlich -, wie die Unterrichtsmethode optimiert werden kann. Frage sie nach Verbesserungsvorschlägen und kreativen Ideen. Genauso wie sich der Mensch im Laufe der Zeit verändert, sollte sich auch Deine Unterrichtsmethode - schülerkonform - verändern.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  • [1]. Fachmagazin "Science" (Bd. 328, S. 1712)
  • [2]. British Journal of Psychology: "Chewing gum moderates the vigilance decrement"
  • [3]. Examiner.com (1.Apr. 2012): "Scientists study how chewing gum improves brain function"
  • [4]. EMRK: Art. 3 . Grundgesetz: Art. 1, Art.2
  • [5]. Nature 377, 295 - 296 (28 September 1995): "The amygdala and emotional memory"